Tätigkeitsmerkmale:
Kraftfahrzeugelektriker kontrollieren, warten, reparieren und montieren elektrische und
elektronische Anlagen u. Zubehörteile von Kraftfahrzeugen. Weiters warten und reparieren
sie auch Mess- und Prüfgeräte in Kraftfahrzeugwerkstätten.
Zu den elektrischen bzw. elektronischen Anlagen von Kraftfahrzeugen zählen z.B. die
Stromversorgungsanlage (sie besteht aus der Starterbatterie, der Lichtmaschine und einem
Stromregler), die Zündanlage sowie die Beleuchtungsanlage (Scheinwerfer, Rücklicht,
Armaturenbrettbeleuchtung usw.). Zubehörteile sind z.B. Radioanlagen, Nebelscheinwerfer
und Zusatzheizung.
Ältere Fahrzeugmodelle sind mit elektromechanischen Anlagen (z.B. bei der Zündung)
ausgestattet. In der letzten Zeit entwickelte Fahrzeugtypen werden zunehmend mit
elektrischen Anlagen (z.B. Motor- Steuerungs-Computer) ausgestattet. Bei Defekten an
elektronischen Steuerungsanlagen werden die betreffenden Bauteile ausgetauscht und nicht
mehr tepariert. Die wichtigste Aufgabe ist dabei di Fehlersuche, die mit elektronischen
Prüfgeräten durchgeführt wird.
Während die Fehlersuche bei der Reparatur der Zündanlage eines Kraftfahrzeuges früher
eine gesonderte Überprüfung ihrer einzelnen Bestandteile verlangte, werden heute
elektronische Motortestgeräte verwendet. Die Kraftfahrzeugelektriker verbinden das
Anschlusskabel des Motortestgerätes mit der elektrischen Anlage der Kraftfahrzeuges und
starten deren Fahrzeugmotor. Auf dem Bildschirm des Motortestgerätes wird nun die Funktion
der Zündanlage in Form einer Schwingungs- kurve (Oszillogramm) abgebildet. Anhand der
Kurvenform erkennt man, ob die Zündanlage richtig eingestellt ist und ob Teile der Anlage
schadhaft sind.
Sind Teile der Zündung (z.B. Zündkerzen, Unterbrecher) beschädigt, bauen die
Kraftfahrzeugelektriker diese aus und ersetzten sie durch neue. Hierauf stellen die den
richtigen Zündzeitpunkt und die Dauer der Zündkontaktes ein, dabei kontrollieren sie
ihre Arbeit mit dem Motorengerät.
Zum Abschluss ihrer Arbeit überprüfen sie nochmals mit dem Motorentester die Funktion
der Zündanlage im Leerlauf und bei höheren Drehzahlen und stellen, wenn nötig, die
Zusammensetzung des Benzin-Luftgemisches und die Leerlaufdrehzahl an der Einspritzpumpe
oder am Vergaser des Fahrzeuges ein.
Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten:
Lehrzeit: 3 Jahre.
Verwandte Lehrberufe: Kraftfahrzeugmechaniker, Berufskraftfahrer. (Näheres zu den
Verwandtschaftsregelungen zwischen Lehrberufen siehe Einleitung. Kapitel 3.3)
Eine dem Lehrberuf entsprechende berufsbildende Schulen: Fachschule für Elektronik;
Fachschule für Elektrotechnik (Ausbildungsschwerpunkte: "Energietechnik und
Leistungselektronik", "Mechatronik", oder "Steuerungs- und
Regelungstechnik"); Höhere Lehranstalt für Maschinenbau, Ausbildungszweig
Kraftfahrzeugbau; Höhere Lehranstalt für Landtechnik.
Da sowohl in Personenkraftfahrzeugen wie auch in Nutzfahrzeugen zunehmend
elektrohydraulische, elektropneumatische und elektronische Bauteile zum Einsatz kommen,
ist für Kraftfahrzeugelektriker die ständige Weiterbildung auf dem Gebiet der Elektronik,
Hydraulik und Pneumatik Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufsübung. Möglichkeiten
dazu bieten Weiterbildungsveranstaltungen des Berufsförderungsinstitutes (BFI) und des
Wirtschaftsförderungsinstitutes (WIFI) sowie inner- betriebliche Weiterbildungskurse.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw.
zur Höherqualifizierung für Berufstätige mit den Fachrichtungen
"Maschinenbau-Kraftfahrzeugtechnik" oder "Elektrotechnik" (Dauer:
2Jahre, Abendunterricht) und die folgenden zur Fachprüfung führenden Schulen:
Aufbaulehrgang für Berufstätige für Elektrotechnik, Ausbildungsscherpunkte:
Energietechnik und industrielle Elektronik, Steuerungs- und Regelungstechnik) (4 Jahre); Höhere
Lehranstalt für Berufstätige für Elektrotechnik (4 Jahre).
Di Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als Gewerbeinhaber, Pächter oder
Geschäftsführer) besteht für Kraftfahrzeugelektriker, die die Lehrabschlussprüfungen
erfolgreich abgelegt haben, in den Handwerken "Kraftfahrzeugteckniker" oder
"Landmaschinentechniker" (Voraussetzung: Meisterprüfung nach mindestens
zweijähriger fachlicher Tätigkeit). Eine neue Möglichkeit der selbständigen
Berufsausübung sind die Teilgewerbe: Sie haben einen kleineren Berechtigungsumfang als
die eigentlichen Gewerbe und erfordern daher außer der Lehrabschlussprüfung keine
weiteren Befähigungsnachweise; in einem Teilgewerbe dürfen nicht mehr als 5 Arbeitnehmer
beschäftigt werden. Kraftfahrzeugelektriker können folgende Teilgewerbe ausüben:
"Autoverglasung", "Einbau von Radios, Telefonen und Alarmanlagen in
Kraftfahrzeuge".
Beschäftigungsmöglichkeiten:
Kraftfahrzeugelektriker arbeiten vorwiegend in gewerblichen Kraftfahrzeugwerkstätten. Ein
kleinerer Teil findet in Großbetrieben der Kraftfahrzeugindustrie oder deren
Zulieferbetrieben, in Werkstätten von Verkehrsunternehmen (z.B. Bahn, Post),
aber auch in
Serviceeinrichtungen großer Kraftfahrerorganisationen Beschäftigung. Die meisten
Beschäftigungsbetriebe gibt es in Ballungszentren.
Meist haben Lehrabsolventen zu finden, da üblicherweise in der Branche Lehrlinge nur nach
Bedarf ausgebildet und nach Lehrabschluss im jeweiligen Ausbildungsbetrieb
weiterbeschäftigt werden. Günstige Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen besonders für
Kraftfahrzeugelektriker mit umfassendem Fachwissen im Bereich der Kfz-Elektronik sowie
für Facharbeiter mit einer Zusatzausbildung im Bereich der Kfz-Mechanik. Die meisten
Lehrlinge erlernen den Beruf daher im Rahmen einer Doppellehre gemeinsam mit dem Lehrberuf
"Kraftfahrzeugmechaniker".
Der Lehrberuf "Kraftfahrzeugelektriker" ist, wie fast alle technische Berufe,
ein "Traditioneller Männerberuf". Der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte und
Lehrlinge ist gering, obwohl Frauen in sämtlichen Aufgabenbereichen der Berufs ohne
Einschränkungen tätig sein können.