Eines steht fest … der Beruf Einzelhandelskauffrau/mann ist ein sehr beliebter bzw. gefragter Lehrberuf. Genauer gesagt der Lehrberuf mit den meisten Lehrlingen. Denn in Österreich gab es im Jahr 2013 15.482 Lehrlinge (im Vergleich dazu: an zweiter Stelle liegt der Metalltechniker mit 9.571 Lehrlingen; Bürokaufmann/-frau 6.383, Friseur und Perückenmacher 4.528, Koch 4.262 Lehrlinge). Das liegt zum Teil daran, dass es im Einzelhandel ganze 15 verschiedene Spezialisierungen gibt:

  • Allgemeiner Einzelhandel
  • Baustoffhandel
  • Einrichtungsberatung
  • Eisen- und Hartwaren
  • Elektro-Elektronikberatung
  • Feinkostfachverkauf
  • Gartencenter
  • Kraftfahrzeuge und Ersatzteile
  • Lebensmittelhandel
  • Parfümerie
  • Schuhe
  • Sportartikel
  • Telekommunikation
  • Textilhandel
  • Uhren und Juwelenberatung

Da der Einzelhandel so vielseitig ist, können Kaufleute in verschiedensten Einzelhandelsbetrieben angestellt sein. Dazu gehören Supermärkte, Modehäuser, Einkaufszentren, Fachgeschäfte, Baumärkte oder Tankstellen. Neben dem Verkauf der Konsumgüter und der fachspezifischen Kundenberatung übernehmen Kaufleute im Einzelhandel auch die Bearbeitung von Reklamationen sowie kaufmännisch-administrative Tätigkeiten. Sie sind auch für den Einkauf der Ware und deren ordnungsgemäße Lagerung zuständig. Bei der Warenannahme müssen sie die Lieferung hinsichtlich Menge, Qualität und Preis überprüfen und gegebenenfalls eine Herabsetzung des Preises, den Umtausch bzw. Rücknahme der Ware oder Schadenersatz fordern. Außerdem müssen Einzelhandelskauffrauen/männer für eine ansprechende Produktplatzierung und Gestaltung der Verkaufsräume sorgen. Sogar bei der Planung und Umsetzung von werbe- und verkaufsfördernden Maßnahmen sind Kaufleute involviert. Dazu gehört auch Marktbeobachtung sowie die passende Sortimentsgestaltung.

Worin besteht der Unterschied zum Verkäufer?

Prinzipiell sind die Aufgaben eines Verkäufers denen eines Einzelhandelskaufmanns oder einer Einzelhandelskauffrau ähnlich. Trotzdem gibt es einige Bereiche, die doch sehr unterschiedlich sind. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt auch beim Verkäufer auf der Beratung der Kunden und dem professionellen Verkauf der Produkte eines bestimmten Sortiments, über die man umfangreiches Wissen verfügen sollte. Die wichtigsten Unterschiede der Einzelhandelskauffrau bzw. des Einzelhandelskaufmanns zum Verkäufer bestehen in der Dauer der Ausbildung und dem Gehalt. Denn Einzelhandelskaufleute werden drei Jahre lang ausgebildet, wobei die Ausbildung zum Verkäufer, welche sozusagen eine Vorstufe ist, nur zwei Jahre dauert. Deswegen fällt auch die Vergütung dementsprechend höher aus. Nach der Lehrzeit beträgt das Einstiegsgehalt beim Verkäufer € 1.440,00 – € 1.610,00, beim Einzelhandelskaufmann jedoch €1.500 – €1.660.

Während der Ausbildung liegt ein weiterer Unterschied im Bereich der Buchhaltung. Diesen und weitere Bereiche lernen VerkäuferInnen nämlich nur oberflächlich. Aus diesem Grund fällt auch die Abschlussprüfung für die Einzelhandelskauffrau/den Einzelhandelskaufmann schwieriger aus, da auch Buchhaltungsaufgaben gelöst werden müssen. Weiters besteht ein Unterschied zwischen den beiden Berufen in der Büroarbeit. Verkauferinnen oder Verkäufer kommen damit fast nicht in Kontakt, während die Arbeit im Büro für Kaufleute im Einzelhandel ein wesentlicher Bestandteil ist. Deshalb fällt automatisch mehr Verantwortung in die Tätigkeiten der Einzelhandelskauffrau/ des Einzelhandelskaufmanns.

Warum sollte man Einzelhandelskaufmann/frau werden? Welche Vorteile bietet dieser Beruf?

Da neben dem Verkauf von Produkten und der Kundenberatung noch viele andere Tätigkeiten anfallen, ist der Berufsweg durchaus vielschichtig und bietet viele Facetten. Denn im Rahmen der Ausbildung durchläuft man die verschiedensten Bereiche. Dazu gehören der Verkauf, die Reklamationsbearbeitung und die Arbeit an der Kassa und im Lager. Auch Aufgaben in der Werbung, im Einkauf und in der Buchhaltung gehören dazu. Außerdem hat man aufgrund der längeren Ausbildungszeit bessere Aufstiegschancen als ein Verkäufer. Zum einen kann man sich nur mit der dreijährigen Ausbildung zum Filialleiter hocharbeiten, zum anderen besteht die Möglichkeit, diverse Weiterbildungen zu absolvieren (zum Beispiel zum Einkäufer, Marketingfachmann, (Bilanz-) Buchhalter oder Fachlagerist).

Doch auch wenn man (noch) keine Weiterbildung in Angriff nehmen möchte, kann man sich als Einzelhandelskauffrau/Einzelhandelskaufmann individuell entfalten. Denn dank der vielen Spezialisierungen kann man sich auf seinen „Lieblingsbereich“ fokussieren und sich spezielles Fachwissen aneignen. Diese berufsrelevanten Kenntnisse können in Abendkursen oder Seminaren erweitert werden.

Ein Lehrberuf im Einzelhandel ist also doch mehr als einfach nur Verkauf!

Quellen:

http://bit.ly/1JD2NX4
http://bit.ly/1HWHmvE
http://bit.ly/1FLnMRD
http://bit.ly/1F47NNX
http://bit.ly/1T77xZt

BR: http://pixabay.com

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