Du möchtest deine Lehre mit Matura verknüpfen? Seit 2008 gibt es in Österreich die Möglichkeit, deine Lehre und die Matura miteinander zu verbinden. Du kannst also neben der Arbeit einen Vorbereitungskurs für die Berufsreifeprüfung besuchen und diese in Folge ablegen. Dieser Abschluss berechtigt uneingeschränkt zum Studium an österreichischen Universitäten und anderen Ausbildungseinrichtungen im Land, die eine Reifeprüfung voraussetzen. Das sogar kostenlos, denn das Modell wird vom Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gefördert, sodass sowohl die Kurse, als auch die Prüfung gratis absolviert werden können.

Im Gegensatz zu einer Abendschule musst du beim Modell „Lehre und Matura“ nur vier Fächer abschließen: Deutsch, Mathematik, eine lebende Fremdsprache und eine Fachbereichsprüfung aus deinem Berufsfeld. Die Vorbereitung kann bereits im ersten Lernjahr begonnen und muss bis spätestens fünf Jahre nach dem Lehrabschluss beendet werden. Die Vorbereitungskurse werden von Berufsschulen, höheren Schulen, Volkshochschulen und Instituten wie dem BFI oder WIFI angeboten.

Qualifikation in Theorie und Praxis

Das Modell bringt viele Vorteile mit sich. Die Jugendlichen, die eine Parallelausbildung absolvieren, können ihre Neigungen und Begabungen besser entfalten und haben zudem einen Qualifikationsvorsprung, weil sie das Gelernte gleichzeitig in die Praxis umsetzen können. Auch finanzielle Vorteile eröffnen sich, denn du kannst während der Ausbildung Geld verdienen und bereits Beiträge zur Pensions- und Sozialversicherung leisten. Der Berufseinstieg fällt auf Grund der Arbeitserfahrung wesentlich leichter und gleichzeitig besteht die Möglichkeit, später zu studieren.

Doch diese Form der Ausbildung bringt auch einen großen Aufwand mit sich. Die Kurse müssen außerhalb der Arbeitszeit besucht werden und es entsteht eine Doppelbelastung von Arbeiten und Lernen – und das schon in jungen Jahren. Daher erfordert dieser Weg ein hohes Maß an Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen und er ist nur für Schüler mit guten schulischen Leistungen geeignet, die sich zutrauen, zwei Ausbildungen zu machen. Folglich besteht eine hohe Drop-Out-Rate von 30 Prozent. Da man mit der Vorbereitung in allen Lernjahren beginnen kann, ist es aber möglich, die Ausbildung langsam anzugehen.

Laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Österreich bereiten sich derzeit 6,2 Prozent der 125.000 Lehrlinge auf die Berufsreifeprüfung vor. Die Zahlen steigen aber, was zeigt, dass dieses Modell zunehmend als empfehlenswerte Alternative zu berufsbildenden Schulen betrachtet wird. Doch nicht nur für Jugendliche ist das Modell praktisch, auch Unternehmen erhalten so gut qualifizierte Mitarbeiter mit fachlichem Know-How.

Doppelt hält eben besser!

Bildrechte: Pixabay.com

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