Das Image des Lehrberufes in Österreich befindet sich im Wandel und die Wirtschaft erkennt zunehmend, dass es sich bei Lehrlingen um begehrte Fachkräfte handelt. Bei Jugendlichen hat der Lehrberuf vielfach noch ein negatives Image, das es zu korrigieren gilt. Zudem ist es notwendig über die Vielfalt an Lehrberufen aufzuklären.

  • Lehrlingsausbildung im Imagewandel

In Österreich gibt es derzeit etwa 130 000 Lehrlinge, davon werden die meisten im Gewerbe und Handwerk ausgebildet. Außerdem sind Handel, Industrie und Tourismus starke Ausbildungssparten. Das Image der Lehre in der Gesellschaft und bei vielen Jugendlichen ist dennoch problematisch. In einer Studie aus dem Jahr 2006 wurde fastgestellt, dass Eltern und Freunde einen großen Einfluss auf das Bild der Lehre bei Jugendlichen und in Folge auf deren Ausbildungswahl haben. Kontra-Argumente wie mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten und anhaltend geringes Einkommen sind oft schlagkräftiger als Argumente, die für die Lehre sprechen – wie etwa der frühere Abschluss, die Chance jung eigenes Geld zu verdienen oder der zeitiger Beginn der Altersvorsorge. Allerdings ist das Image der Lehre in Österreich nicht einheitlich, wie die oben genannte Studie aufzeigt: Am Land wird diese positiver bewertet als in Wien. Was die Situation der Lehrlinge betrifft, ist Österreich ein Einzelfall. Zwar gibt es in Deutschland, in der deutschsprachigen Schweiz und auch in Südtirol eine Ausbildung, die mit der Lehre in Österreich vergleichbar ist. Spezifisch ist bei uns allerdings die starke Konkurrenz mit berufsbildenden mittleren Schulen, die vergleichbare Abschlüsse ermöglichen.

  • Staat und Wirtschaft vermissen Lehrlinge

Fakt ist, dass Lehrabsolventen das Fachkräftepotenzial der österreichischen Wirtschaft sind. Die Arbeitslosenquote der Lehrabsolventen liegt unter dem Durchschnitt und der Staat ist um die Förderung von Lehrstellen bemüht, etwa indem er Lehrlinge zur Absolvierung der Berufsreifeprüfung anregt. Vorbereitungskurse dafür werden kostenlos angeboten. Wer neben der Lehre die Berufsreifeprüfung absolviert, kann die Lehrzeit verlängern. Dies ist eine Maßnahme zur Steigerung der Attraktivität der Lehre. Gleichzeitig möchte man Maturanten die Absolvierung einer Lehre ermöglichen: In einer um ein Jahr verkürzten Lehrzeit können diese eine praxisorientierte Berufsausbildung erwerben. Damit sollen vor allem AHS Maturanten, aber auch Absolventen einer berufsbildenden mittleren Schule oder einer anderen Lehre mit Lehrabschlussprüfung angesprochen werden. Viele Jugendliche klagen, dass sie keine geeignete Lehrstelle finden, was darauf zurückzuführen ist, dass es eine kleine Reihe besonders beliebter Berufe gibt, für die sich etwa 50 % aller Jugendlichen interessieren. Dazu zählen etwa der Beruf der Friseurin, der Bürokauffrau, des Mechanikers oder des Tischlers. Dem kann man nur durch umfassende Informationstätigkeit entgegenwirken, schließlich gibt es in Österreich 240 unterschiedliche Lehrberufe!

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Bildrechte: Pixabay.com

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